Pharos-Palastkapelle

Istanbul, Türkei

Pharos-Palastkapelle

Die Pharos-Palastkapelle (eigentlich die Kapelle der Marienkirche am Pharos im Kaiserpalast, gr. Θεοτόκος του Φάρου), in abendländischen lateinischen Berichten des Mittelalters zumeist nur Heilige Kapelle genannt, war über das frühe und hohe Mittelalter lange Zeit der zentrale Aufbewahrungsort für Reliquien in Konstantinopel sowie der gesamten Christenheit. Sie sollte nach der arabischen Eroberung Jerusalems die Funktion der Grabeskirche für die christliche Welt übernehmen. In der Pharos-Palastkapelle wurden unter anderen alle relevanten Passionsreliquien, zwei größere Stücke des heilgen Kreuzes, zwei Nägel, der Schwamm, die Lanze, eine Phiole mit Christi Blut, die Dornenkrone sowie das Mandylion aufbewahrt.

Die Kirche wurde von Konstantin V. als Palastkapelle der Byzantinischen Kaiser gebaut und 769 anlässlich der Vermählung von Leo IV. und Irene in der Kirche erstmals erwähnt. Nach Ende des Ikonoklasmus wurde die Kirche unter Michael III. erneuert und reich ausgeschmückt. Die neue Kirche wurde wahrscheinlich 864 geweiht. In der Zwischenzeit wurde die Kirche Aufbewahrungsort der wichtigsten imperialen Reliquien sowie eine der Manifestationen des „Triumphs der Orthodoxie“ (Fest der Orthodoxie) in der Wiedereinführung der Ikonenverehrung 843. Die Kollektion der Reliquien der Kirche war in ihrer umfassenden Art in der christlichen Welt einmalig und erfolgte über mehrere Jahrhunderte. Sie wurde daraufhin einer der zentralen Pilgerorte der Christenheit. Mehr als fünfzehn Pilgerbeschreibungen vom elften bis Anfang des dreizehnten Jahrhunderts geben ein vollständiges Bild wie zu keiner anderen zerstörten Kirche Konstantinopels.



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