Patriarchenteiche

Moskau, Russland

Patriarchenteiche

9.4

Patriarchenteiche (russisch Патриаршие пруды, Transkription Patriarschije prudy) ist eine geläufige, jedoch inoffizielle Bezeichnung für ein Stadtviertel im historischen Zentrum der russischen Hauptstadt Moskau sowie für ein dort gelegenes, knapp 10.000 m² großes und zwei Meter tiefes künstliches Gewässer (Teich). Das Viertel befindet sich in fußläufiger Nähe der Twerskaja-Straße, des Gartenrings sowie der Metrostation Majakowskaja. Die Patriarchenteiche galten schon im 19. Jahrhundert als beliebte Wohngegend und lieferten auch bekannten Künstlern Stoff für ihre Werke (darunter dem Schriftsteller Michail Bulgakow für sein bekanntestes Buch Der Meister und Margarita).

Da sich nahe dem heutigen Teich ursprünglich zwei weitere befanden, wird für das Viertel bis heute die Mehrzahlform Patriarchenteiche verwendet. Im 17. Jahrhundert gehörte das damals noch von Sümpfen und kleinen Flüsschen geprägte Gelände dem im Kreml ansässigen Hof des Moskauer Patriarchen. Gegen Ende des Jahrhunderts ließ der damalige Patriarch Joachim die Sümpfe trockenlegen und an ihrer Stelle drei künstliche Teiche anlegen, in denen seitdem Fische für die Küche des Patriarchenhofs gezüchtet wurden. Nachdem jedoch im Jahre 1721 das Patriarchenamt in der russisch-orthodoxen Kirche abgeschafft wurde, verloren die Gewässer ihre ursprüngliche Bedeutung, wurden nicht mehr gepflegt und versumpften daher im Laufe der Jahrzehnte. Erst im 19. Jahrhundert, als die Gegend inzwischen nicht mehr am Rande der Stadt lag und zunehmend besiedelt und bebaut wurde, wurde sie komplett umgestaltet. Dabei schüttete man zwei der drei Teiche zu und legte an den Ufern des verbliebenen Sees einen gut zwei Hektar großen Park an, der einem Boulevard ähnelt.

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