Jan-Hus-Denkmal

Prag, Tschechische Republik

Jan-Hus-Denkmal

Das Jan-Hus-Denkmal (tschechisch: Pomník mistra Jana Husa) auf dem Altstädter Ring in Prag ist ein Werk des tschechischen Bildhauers Ladislav Šaloun. Es zählt zu den bedeutendsten Jugendstilarbeiten der monumentalen tschechischen Bildhauerei. Das Denkmal wurde im Jahr 1915 enthüllt, am fünfhundertsten Jahrestag der Verbrennung von Jan Hus auf dem Scheiterhaufen in Konstanz. Seit 1962 ist es als Nationales Kulturdenkmal geschützt.

Die Idee, dem böhmischen Reformator ein Denkmal zu bauen, geht zurück auf einen Eklat im böhmischen Landtag am 25. November 1889. Es sollte über die Anbringung von 72 Gedenktafeln mit Namen bedeutender tschechischer Persönlichkeiten an der Fassade des neuen Prager Nationalmuseums entschieden werden. An der Person Jan Hus’ entzündete sich eine leidenschaftliche und kontroverse Diskussion. Vertreter der Partei der Jungtschechen hoben die Bedeutung von Hus und der hussitischen Reformbewegung hervor und forderten eine Gedenktafel für Jan Hus. Das wurde von Vertretern des katholischen Adels scharf zurückgewiesen, für sie kam eine Ehrung von Hus nicht infrage. Die Ablehnung gipfelte in der Aussage von Fürst Karl IV. Schwarzenberg, einem Abgeordneten der Partei der Großgrundbesitzer, die Hussiten seien eine „Bande von Räubern und Brandstiftern“ gewesen. Diese Äußerung führte zu scharfen Protesten in der Öffentlichkeit und in der Presse. Als Reaktion darauf wurde die Forderung laut, zur Ehre des Reformators ein großes Denkmal in der Hauptstadt zu bauen, gleich im November wurde eine Sammlung zu seiner Finanzierung gestartet. Unter dem wachsenden öffentlichen Druck genehmigte der Landtag schon einen Monat später die Anbringung der Gedenktafel.



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