Mariensäule (Prag)

Prag, Tschechische Republik

Mariensäule (Prag)

Die Mariensäule auf dem Altstädter Ring in Prag ist ein barockes Mariendenkmal. Sie wurde 1650, nach dem Dreißigjährigen Krieg, von Kaiser Ferdinand III. aus Dank für die Rettung Prags vor einem schwedischen Heer gestiftet und vom Bildhauer Johann Georg Bendl errichtet. Die Säule wurde 1918 zerstört und 2020 wiedererrichtet.

Die Kriegsparteien des Dreißigjährigen Krieges hatten Mitte des Jahres 1645 Friedensverhandlungen aufgenommen. Noch im selben Jahr, nach der Niederlage des kaiserlichen Heeres in der Schlacht bei Jankau devastierten schwedische und französische Truppen Teile Böhmens. Im Mai 1648 schlugen sie in der Schlacht bei Zusmarshausen in Nähe von Augsburg das letzte Aufgebot der kaiserlichen Truppen. Ein schwedisches Korps unternahm darauf folgend einen Vorstoß nach Prag. Am 26. Juli 1648 konnten die Schweden die Prager Kleinseite einnehmen, kamen aber nicht über die Karlsbrücke, die von kaiserlichen Söldnern, Bürgern, niederen Klerikern und Studenten erbittert verteidigt wurde. Die Schweden blieben hartnäckig und dem Kaiser war klar, dass die Verteidiger nicht mehr lange durchhalten würden. Als im August 1648 die Nachricht eintraf, dass die Franzosen in der Schlacht bei Lens eine spanische Armee unter Erzherzog Leopold Wilhelm vernichtet hatten, war Ferdinand III. klar, dass der Krieg verloren war. und er in den Friedensverhandlungen einlenken musste. So wurde am 24. Oktober 1648 der Westfälische Friede unterzeichnet. Die Kuriere nach Prag waren neun Tage unterwegs. Die Schweden stellten schließlich das Feuer ein, beluden sechzig Gepäckwagen mit allen auf der Kleinseite greifbaren Wertsachen und Kunstschätzen und zogen ab. Dies ging als der Prager Kunstraub von 1648 in die Geschichte ein.



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